SUPERSTADT, BODIES & BUILDINGS

Ein Symposium zur Zukunft der Stadt


Körpersäfte, der homo vitruvianus, die Gliederpuppe. Jede Epoche verherrlichte ein Körperbild, das auch die Architektur bestimmte, von Fassadenproportionen bis zur Stadtplanung. Körpersäfte und Männlichkeitswahn sind heute passé, auch Hygienewahn ist nicht das, wonach wir Städte bauen. Anstelle eines Ideals werden heute Differenzen zelebriert.


Körper und Geschlecht sind wandelbar, zugleich erfährt der Körper mehr Aufmerksamkeit denn je. Also ein body turn auch in der Architektur? Das Gegenteil ist der Fall. Stadtraum ist kontrolliert, Körperkontakt bildet die Ausnahme und man übt sich in Distanz und Disziplin. Aber es gibt Widerstand. Dem (selbst) kontrollierten Körper steht ein Verlangen nach Überschreitung gegenüber.

Es stellt sich die Frage, ob die Stadt dieses Verlangen reflektiert. Welche Körperbilder unterstützt die Stadt? Welchen Exzess toleriert sie? Spüren wir die Stadt? Schmerzt sie?

BODIES & BUILDINGS! sucht Schnittstellen zwischen Stadt und diszipliniertem Körper (die Ordnung der Stadt), handelndem Körper (Arbeit und Widerstand) und symbolischem Körper (Tabu und Überschreitung). Vorträge, Performances und Dialoge thematisieren politische, rebellierende, geschmeidige, träge, sexuelle und spektakuläre Körper und deren Stadträume. Wie jede Geschichte der Stadt endet alles in der Katharsis eines großen Fests.
 

Kuratiert von Sabine Pollak, Anja Aichinger, Lars Moritz | Kunstuniversität Linz