SUPERSTADT! Utopia, Utopia!

Ein Symposium zur Zukunft der Stadt

 


Schwimmende Städte, künstliche Berge, vertikale Farmen und fliegende Häuser: Utopien sind wieder en vogue. Wie die frühen Utopien antworten sie auf kollabierende Systeme, bebauen unwirtliche Territorien und entwerfen von gesellschaftlichen Zwängen und Schwerkraft befreite Strukturen. Seit jeher überschreiten Utopien die Wirklichkeit und erlauben zugleich eine vehemente Kritik an dieser. Buckminster Fuller prognostizierte 1930 den kosmischen Bankrott und setzte dem Häuser in Raumfahrttechnologie entgegen. Die 1960er Jahre zeigten eine ironische Umformung technologischen Fortschritts und die 1970er Jahre eine Architektur des maximalen Lustgewinns als Antwort auf jegliche Ökonomien. Danach verschwanden architektonische Utopien zunehmend und machten Bauboom und Pragmatik Platz. Neue Städte wuchsen auch ohne Utopien und verlangten schnelle Konzepte in globaler Architektur. Utopisches Denken wurde für obsolet postuliert. Heutigen Utopien mag eine Systemkritik abhanden gekommen sein und dennoch sind sie sinnvoll. Klimawandel, Katastrophen und Ungleichheiten sind nicht im Jetzt lösbar und machen ein Abdriften in Möglichkeiten  plausibel.

 

Utopia, Utopia! versammelt radikale Gegenwelten des noch Unbaubaren für die Superstadt von morgen. ArchitektInnen zeigen wahnwitzige Bauten und UrbanistInnen die Stadt in hundert Jahren, KünstlerInnen platzieren subversive Gegenmodelle, LiteratInnen betreten fiktive Räume und PhilosophInnen sprechen über den Sinn oder Unsinn von Utopien.

 

Kuratiert von Sabine Pollak, Architektur | Urbanistik, Kunstuniversität Linz