SUPERSTADT! 2

Ein Symposium zum öffentlichen Raum der Stadt

 


Öffentlicher Raum ist für alle da, so zumindest definiert sich dieser im Gegensatz zum Privaten. Von Agora über Passage, Boulevard und Barrikade bis zu heutigen Nicht-Orten der Stadt war öffentlicher Raum immer existent, duldete Zugänge und Rituale, erlaubte Phantasien und deren Platzierungen, wurde umkämpft, wandelte sich und balanciert nun in einem unsteten Zustand zwischen panoptischer Überwachung und freiem Handlungsraum. Öffentlichkeit wird als ein selbstverständliches Gut betrachtet, das zur Aneignung verfügbar ist. Folgt man jedoch etwa dem Soziologen Richard Sennett, so ist eben dieser öffentliche Raum der Stadt derzeit im Begriff, zu verschwinden. Zwar werden heute selbst privateste Praktiken in die Öffentlichkeit getragen und wird der öffentliche Raum scheinbar erweitert, die reale Auseinandersetzung in diesem Raum wird dabei jedoch zunehmend kleiner. Mögliche Aktionen sind limitiert, Stadtbenutzung reduziert sich auf ein Set von kurzzeitigen Attraktionen, Kunst im öffentlichen Raum wird weniger als Agitation und mehr als Display verstanden und die Kontrolliertheit der Stadt wächst.

SUPERSTADT! lotet die Möglichkeiten des öffentlichen Raums aus, begibt sich auf die Suche nach ungewohnten Stadtnutzungen, testet die Grenzen von Öffentlichkeit und Privatheit, ruft revolutionäre Stadtpraktiken in Erinnerung und vergleicht den Status quo Linz mit jenem von Sao Paulo, Detroit oder Shanghai. In einem internationalen Symposium verhandeln ArchitektInnen mit SoziologInnen, KuratorInnen und AkteurInnen über ein Manifest für eine Neuinterpretation des öffentlichen Raums der Stadt und Djanes organisieren zum Abschluss ein Superfest!

 

Kuratiert von Sabine Pollak, Architektur | Urbanistik, Kunstuniversität Linz