Gegen Ende des Ausnahmejahres Linz 09 wird die Stadt an sich - Linz, Seoul oder irgendeine Stadt - in einem öffentlichen Forum noch einmal zur Diskussion gestellt.


Fünfzig Jahre nach den letzten großen Stadt- und Gesellschaftsutopien wie Constants New Babylon, Yona Friedmans Ville Spatiale und Superstudios Megastruktur sind radikale Gegenmodelle zu bestehenden Städten rar geworden. Dennoch erleben Idealstädte eine neue Renaissance. Nach Vorbild klassischer Utopien entstehen sie auf künstlichen Inseln oder mitten in Wüsten, im Unterschied zu Utopia sind sie jedoch nicht gesellschaftlich, sondern rein ökonomisch motiviert und vermitteln anstelle einer sozialen Utopie das homogene Bild globaler Indifferenz.

 

Der Anspruch moderner Architektur, neue Städte für neue Menschen zu designen mag gescheitert sein, die gesellschaftspolitische Rolle der Stadt ist angesichts von Krisen aktueller als je zuvor.  SUPERSTADT! greift die Idee einer sozialen Utopie der Stadt wieder auf, begibt sich auf die Suche nach ungewohnten bis unerhörten Stadtmodellen und changiert zwischen urbaner Phantasie und Strategie, zwischen Idealstadt und spontanem Eingreifen, zwischen Superstruktur und Experiment. ArchitektInnen zeigen provokante Stadtentwürfe, PhilosophInnen streiten mit SoziologInnen über die Zukunft der Stadt, KuratorInnen und KünstlerInnen vermitteln zwischen Stadtraum und Stadtbenutzenden und Djanes organisieren ein Superfest.

 

Kuratiert von Sabine Pollak, Architektur | Urbanistik, Kunstuniversität Linz